Veranstaltungen im August 2022

Hier finden Sie ein Verzeichnis unserer bisherigen Online - Lesungen auf Youtube:

https://lit-hamburg.de/?q=online

Die Veranstaltung "Prof. Dr. Christina Thürmer-Rohr spricht über „Fremdheiten und Freundschaften" ist jetzt online:
https://youtu.be/DYek5lDEi1I

Die Veranstaltung Ariadne von Schirach liest aus "Glücksversuche" ist jetzt online
https://youtu.be/fw3DkUqS-BE

 

 

  © Helga von Loewenich

Vortrag von Prof. Petro Rychlo Der leise, der deutsche, der schmerzliche Reim
Deutschjüdische Dichtung aus Czernowitz und der Bukowina

Datum:  Mittwoch, 24.08.2022   
Zeit:       19.30 Uhr      Eintritt: € 7,-/5,-
Ort:        Literaturhaus, Schwanenwik 38

Noch vor dem 1. Weltkrieg galt Czernowitz, die Hauptstadt des österreichischen Kronlandes Bukowina, als ein osteuropäische jüdisches Paradies. Die meisten jüdischen Intellektuellen waren deutschassimiliert und bildeten somit ein reges geistiges Potenzial für deutsche Kultur. Im Schoss dieser deutschsprachigen Kulturtradition etablierte sich hier nach der Auflösung der Monarchie als die Bukowina schon an das königliche Rumänien fiel, eine Gruppe deutschjüdischer Literaten, zu der Alfred Margul-Sperber, Alfred Kittner Moses Rosenkranz, Rose Ausländer, David Goldfeld u.a. gehörten. Unter fortschreitender Romanisierung aller Lebenssphären haben sie hier eine lyrische Tradition angelegt, aus der auch noch die nächste Dichtergeneration emporsteigen konnte: Immanuel Weißglas, Alfred Gong, Paul Celan, Selma Meerbaum-Eisinger, Manfred Winkler, Ilana Shmueli. Aber erst im Exil konnten Überlebende des Holocaust ihre poetische Begabung völlig entfalten und ihre Namen in die neuere deutsche Literaturgeschichte einschreiben.

Petro Rychlo ist Professor für fremdsprachige Literatur an der Nationalen Jurij Fedkowicz-Universität Czernowitz, Ukraine. Er ist Literaturwissenschaftler, Essayist und literarischer Übersetzer, Autor von wissenschaftlichen Monographien, Herausgeber von literarischen Anthologien und zahlreichen Übertragungen ins Ukrainische, darunter Werke von Karl Emil Franzos, Manés Sperber, Salcia Landmann, Jura Soyfer, Georg Drozdowski, Gregor von Rezzori, Rose Ausländer, Paul Celan, Alfred Gong, Selma Meerbaum-Eisinger, Aharon Appelfeld, Josef Burg, Reiner Kunze, Esther Kinski, Jan Wagner u.a. Zuletzt erschien in seiner Übersetzung die erste deutsch-ukrainische Gesamtausgabe von Paul Celans Gedichten in 10 Bänden.
Kooperation mit dem Jüdischen Salon am Grindel

Moderation: Dr. Friederike Heimann

Unsere AutorInnen

Eingeladene
AutorInnen
SprecherInnen
ModeratorInnen

 

Schullesungen

Autoren und Autorinnen an Hamburger Schulen

Lesungen und Schreibwerkstätten mit Autorinnen und Autoren in Hamburger
Schulen erfreuen sich großer Nachfrage und Beliebtheit.

Sie ermöglichen die lebendige Begegnungvon Schülerinnen und Schülern mit
Schriftstellerinnen undSchriftstellern, führen zur Auseinandersetzung mit
zeitgenössischer Literaturund können so ganz wesentlich zur Entwicklung
der Lese- und Schreibmotivation der Heranwachsenden beitragen.

Aufgaben und Ziele des Vereins

Je mehr man liest,

desto differenzierter wird die eigene Sprache

und die Wahrnehmung der Welt

Das Lit

 

Um Literatur und ihre Verbreitung in der Öffentlichkeit zu fördern, wurde 1974
das Literaturzentrum von Hamburger Autorinnen und Autoren gegründet.

Für einen literarischen Verein sind über 30 Jahre des Bestehens schon ein
bemerkenswerter Erfolg, zudem das LIT in all diesen Jahren - wie kaum eine
andere literarische Vereinigung in Hamburg - im Literaturbetrieb durch ein
umfangreiches monatliches Veranstaltungsprogramm konsequent präsent ist. 
"Zu danken ist die durchweg erfolgreiche Vereinsgeschichte ausschließlich
Hamburger Autorinnen und Autoren, die in wechselnder Besetzung in all den
Jahren den Vorstand und die Programmarbeit des Vereins bildeten"
("Literatur in Hamburg", Redaktion: Jürgen Abel, Herausgeber: Kulturbehörde Hamburg).

Unser Team:
Jutta Heinrich, Vorstandsvorsitzende,
Alexander Häusser, stellvertretender Vorsitzender, Thomas Plaichinger, Carola Ebeling,
Patricia Paweletz, Jana Halamickova, Heidemarie Ott (Geschäftsführerin)
und Kirsten Netzow (Schullesungen).
Kontaktadresse:  Literaturzentrum Hamburg im Literaturhaus, Schwanenwik 38, 22087 Hamburg,
Telefon 040/227 92 03 und 040/207 69 037, Fax 040/229 15 01, E-Mail: lit@lit-hamburg.de

 

Abschied von Jutta Heinrich

Es  bleibt für uns alle unfassbar: Jutta Heinrich ist am 23. Juli 2021 völlig unerwartet verstorben. Es war wie ein tödlicher Unfall, völlig unvorhersehbar wurde sie aus ihrem Leben gerissen, aus ihrer Passion, Augen und Herzen zu öffnen – für das Wort, die Welt, die Menschen. Jahrzehntelang hat sie leidenschaftlich für das Literaturzentrum gearbeitet, war als Vorstandsvorsitzende sein Gesicht und seine Seele. Hunderten von Schülerinnen, Schülern und Erwachsenen lehrte sie die Lust am Schreiben, vermittelte ihnen, was für sie selbst die Essenz ihrer schriftstellerischen Arbeit war: Haltung zu zeigen und nach Wahrhaftigkeit zu suchen.  Für ihr Wirken wurde sie mit zahlreichen Auszeichnungen, Einladungen von Goethe-Instituten, einer Gastprofessur und Arbeitsstipendien geehrt; 2017 vom Senat der Hansestadt Hamburg für ihre künstlerischen und kulturellen Verdienste um Hamburg mit der Senator-Biermann-Ratjen-Medaille ausgezeichnet. 

Wir vermissen sie sehr, ihren Esprit, ihren Witz, ihre Schlagfertigkeit, ihren unabhängigen Geist, ihre Literatur, ihre Schreibhaltung, ihr Engagement, ihre Wachheit, Vitalität und unvergleichliche Empathie. Wir müssen von Jutta Abschied nehmen. Aber ihre Gedanken, ihre Worte, all die wertvollen und schönen Erinnerungen bleiben. Jutta wird immer zu uns sprechen. Und wir werden antworten. Wir werden die Arbeit für das Literaturzentrum Hamburg in ihrem Sinne fortführen. 

Alexander Häusser

Zweiter Vorstandsvorsitzender