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Veranstaltung im August

Zur Erinnerung an Hilke Rosenboom lesen Regula Venske, Carmen Korn, Cornelia Franz, Katja Reider,Sylvia Heinlein

29. August, Sonntag, 17.30 Uhr, Literaturhaus

Im August 2008 starb Hilke Rosenboom. 1957 auf Juist geboren, lebte sie abwechselnd in Ostfriesland und in Hamburg. Nach ihrem geisteswissenschaftlichen Studium besuchte sie die Henri-Nannen-Journalistenschule und reiste für den STERN 17 Jahre um die Welt. Ihre Reportagen erschienen auch in MARE und in GEOSAISON. 1985 begann sie mit dem Schreiben von Kurzgeschichten, später erschienen Bücher für Kinder, Jugendliche und Erwachsene (u.a. „Fräulein Bauer, Tomtom und wie die Liebe kam“, „Ein Pferd namens Milchmann“, „Die Teeprinzessin“).
Die Süddeutsche Zeitung nannte sie einen Glücksfall für die deutsche Kinder- und Jugendliteratur. Ihr selbst bedeutete es viel, für kleine und große Leser zu schreiben, denn sie machte keinen grundlegenden Unterschied zwischen dem Schreiben für
Kinder und für Erwachsene.

Eintritt: € 4,

Unterstützt von Random House


Veranstaltungen im September

Hamburger LeseFrühstück
Anke Cibach liest aus ihrem Krimi „Der Tote vom Leuchtturm“ - ein Fall für Tilde Janssen - (rororo)
Dagmar Fohl liest aus ihrem historischen Roman „Die Insel der Witwen“ (Gmeiner Verlag)

Samstag, 04. September, 11.00 Uhr
Literaturhauscafé, Schwanenwik 38


Anke Cibachs Protagonistin Tilde Janssen liebt das Wasser, den Wind und die Einsamkeit: Ihr Wohnsitz ist ein alter Leuchtturm auf einer kleinen Elbinsel. Tagsüber illustriert sie Angelliteratur, in ihrer Freizeit fertigt sie skurrile Skulpturen aus Schwemmholz an und hofft darauf, entdeckt zu werden. In Prof. Dykland von der örtlichen Schönheitsklinik glaubt sie, einen Mäzen gefunden zu haben. Doch dieser treibt plötzlich bei Hochwasser an ihrem Leuchtturm vorbei. Handelt es sich bei dem Toten um ein Mordopfer oder war es ein Unfall? Später wird auch der Gärtner der Klinik tot aufgefunden. Tilde Janssens Neugier ist geweckt, schließlich hat sie die Leiche als Erste entdeckt. Ihr Exmann und sie ermitteln auf eigene Faust, was so manchen Leuten auf der Insel Ziegensand ganz und gar nicht passt.

Dagmar Fohls historischer Roman „Die Insel der Witwen“ spielt ebenfalls auf einer Insel, auf Taldsum im friesischen Wattenmeer – Mitte des 19. Jahrhunderts. Das Leben der Bewohner ist von der Seefahrt geprägt, dem Tod und großer Armut. Als ein Leuchtturm auf dem Eiland errichtet werden soll, schlagen die Wogen der Empörung hoch. Viele Frauen leben von der Strandräuberei, auch die junge Seemannswitwe Keike Tedsen. Auch sie fürchtet um ihre Existenz. Doch dann verliebt sie sich in den Hamburger Ingenieur, der mit dem Leuchtturmbau beauftragt wird. Eine schicksalhafte Liebe beginnt, die das Leben der beiden für immer verändern soll … „Spannend, aufwühlend, gefühlvoll. Dagmar Fohl erzählt eine der wohl ungewöhnlichsten Liebesgeschichten, die die Frage nach dem Sinn und Irrsinn des Lebens stellt …“ (Krimi-Journal).

Anke Cibach, geb. 1949, kennt sich als Diplom-Psychologin aus mit den dunklen Seiten der Menschen. Sie lebt und arbeitet als Autorin und Publizistin in Hamburg und hat zahlreiche Bücher veröffentlicht (vorwiegend Kriminalromane. Mitglied der Autorenvereinigung Syndikat und bei Sisters in Crime.

Dagmar Fohl, geb. 1958, studierte Geschichte und Romanistik und  arbeitete als Kulturmanagerin. Sie war  ebenfalls als Sängern, Chorleiterin und Gesangslehrerin aktiv. Dann begann sie mit dem literarischen Schreiben. Mit Erfolg hat sie an einer der Debütantenbörsen des Literaturzentrums teilgenommen und wurde für eine der BestenLesungen ausgewählt. 2009 erschien ihr erster historischer Roman im Gmeiner Verlag.

Eintritt: € 15,- (inkl. Frühstück)/Mitglieder zahlen € 12,-
Anmeldung erforderlich. Kartentelefon 227 92 03 oder Mailto: lit@lit-hamburg.de



Was uns auf den Nägeln brennt
Deutsch-Türkische Lesung und Gespräch mit Pinar Selek über ihre Studie „Zum Mann gehätschelt, zum Mann gedrillt“ (Orlanda Verlag)

Montag, 06. September, 20.00 Uhr
Literaturhaus, Schwanenwik 28


Der Eintritt in die Armee heißt im Türkischen wörtlich: „Man ergibt sich“. Der  Soziologin und Sachbuchautorin Pinar Selek, zurzeit Stipendiatin des P.E.N. in Berlin, droht in der Türkei erneut ein absurder Prozess. Schon 1998 geriet sie in den Apparat der türkischen Justiz und wurde unter Anklage für ein angebliches Bombenattentat gestellt. „Mehrfach unschuldig angeklagt“ titelte die Süddeutsche Zeitung am 13.02.10 in Bezug auf die aktuelle Lage. In ihrem neuen Buch beschäftigt sich Pinar Selek mit dem Männerbild der türkischen Armee und legt damit eine Innenansicht des türkischen Militärs vor. Durch Gewalt, die als eine rechtmäßige Methode akzeptiert wird, durch Zwang und Maßregelung, aber auch Bordellbesuche und Besäufnisse, werden aus Jungen Männer gemacht. Dabei hat sich Selek weniger für die Schilderung des Erlebten selbst interessiert, sondern „vielmehr für die Art, in der sich Männer an das Erlebte erinnern“. Sie behandelt die Armee als zentrale Etappe männlicher Sozialisation. „Die Vaterposition erreicht ein Mann dann, wenn er beschnitten wurde, Wehrdienst geleistet, heterosexuelle Erfahrungen gesammelt und Arbeit gefunden hat.“ (Selek). Dann erst folge die Endstation: die Ehe. „Der Mann ist die Streitmacht der Familie“ (Selek).

Für ihr Buch hat sie Interviews mit 58 Männern ausgewertet – auf 50 bezieht sie sich in der deutschen Ausgabe – der Älteste ist Jahrgang 1919, der Jüngste Jahrgang 1982. Alle haben an verschiedenen Orten gedient, stammen aus allen Ecken des Landes, gehören unterschiedlichen Milieus an, repräsentieren das gesamte politische Spektrum. Ihre gemeinsame Erfahrung: Gewalt und Maßregelung. In Erscheinung tritt der türkische Mann als „ramponiertes Wesen“ (Selek). Selbst wenn die nackte Gewalt in den Kasernen der Westtürkei abgenommen habe, seien die Prinzipien unverändert, denn das Ideal der türkischen Armee bestehe weiterhin nicht darin, die Soldaten zu „Staatsbürgern in Uniform“ zu machen, sondern alle Bürger zu „Soldaten ohne Uniform“ (Selek). „Ein Mann muss etwas besitzen“, schreibt sie, „egal was, Geld, eine Frau, ein Kind. Ein Mann muss immer stark sein und immer aktiv im Bett und anderswo, sonst wird ihm die Männlichkeit abgesprochen. Und ein Mann muss bereit sein, was er besitzt, mit seinem Leben zu verteidigen. Für viele ist die Last, ein Mann zu sein, sehr groß. Sie scheitern daran“ (Interview Deutschlandfunk).

Pinar Selek, geb. 1971 in Istanbul, ist eine der führenden antimilitaristischen, feministischen Friedensaktivistinnen der Türkei. Sie hat u.a. über marginalisierte und diskriminierte Gruppen wie Transsexuelle, Straßenkinder und Prostituierte geschrieben und untersucht Geschlechterhierarchien. Trotz zweier Freisprüche  droht ihr erneut ein Prozess in der Türkei, weshalb der P.E.N. Deutschland ihren Aufenthalt in Berlin auf drei Jahre verlängert hat. Mehr als 2000 Personen, darunter Orhan Pamuk, haben ihre Solidarität mit Pinar Selek bekundet.

Michael Greif, Diplom-Soziologe, moderiert und liest ausgewählte Kapitel
In Kooperation mit der Rosa Luxemburg Stiftung Hamburg



Junge Autorinnen im Gespräch
Die Dramatikerin Nino Haratischwili liest aus ihrem ersten Roman „Juja“ (Verbrecher Verlag)

Montag, 27. September, 20.00 Uhr
Literaturhaus, Schwanenwik 38

„Rätselhaft schillernd, schön verwirrend und von einem eigentümlichen Sog ist der Debütroman von Nino Haratischwili“ (MISSY MAGAZINE). Ihr Roman bezieht sich auf eine wahre Geschichte und ein Buch mit dem Titel „Die Eiszeit“ von Jeanne Saré, das in den 70ern zum großen Verkaufserfolg unter Frauen wurde. Das hasserfüllte Buch der jugendlichen Selbstmörderin Saré animierte mehrere Leserinnen zum Suizid. Nun, in der Jetztzeit, machen sich in Paris einige Menschen auf die Suche nach Saré und fragen sich, was der Verleger, ein grantiger älterer Herr, mit ihr zu tun hatte? Warum gibt es keine Zeugnisse? Wie konnte das Buch derart wirken? Auf schwindelerregende Weise beschreibt Nino Haratischwili, welche Bedeutung Geschichten für das Leben haben können.

Nino Haratischwili, geb. 1983 in Tiflis (Georgien), lebt als Theater- und Prosaautorin in Hamburg. Für ihre bisherigen Arbeiten für das Theater, insbesondere für ihre souverän gebauten, thematisch spannenden und bisweilen schlicht bezaubernden Theaterstücke „Georgia“ und „Liv Stein“ (Verlag der Autoren, 2009) erhielt sie in diesem Jahr den Chamisso-Förderpreis. „Ihre sprachlich überzeugenden Texte“, schrieb die Jury, „verknüpfen auf eindringliche Art und Weise Politisches und Familiär-Privates und bringen dabei viele Kommunikationsprobleme des Lebens zwischen sehr unterschiedlichen Kulturen auf dramaturgisch einleuchtende Weise zum Ausdruck. Nino Haratischwilis ungewöhnlich stark entwickeltes Gefühl für Spannung und Rhythmus bewirkt die eigentümliche und faszinierende Sogkraft ihrer Bühnentexte.“

Carola Ebeling, Literaturkritikerin, moderiert
Unterstützt von der Robert Bosch Stiftung


Eintritt bei allen Veranstaltungen – soweit nicht anders angegeben – Euro 7,-/erm. 4,-  (Studenten, SchülerInnen, Mitglieder des Literaturzentrums, Arbeitslose)

Die Veranstaltungen des Literaturzentrums werden gefördert von der Behörde für Kultur, Sport und Medien

  

Sie erreichen das Literaturhaus Hamburg mit der U2 bis Uhlandstraße oder mit den Buslinien: Metrobus 6, Bus 172, Bus 173 oder Schnellbus 37 bis Haltestelle Mundsburger Brücke.

Veranstaltungsort – soweit nicht anders vermerkt: Literaturzentrum im Literaturhaus, Schwanenwik 38, 22087 Hamburg

 Kartenreservierungen
montags – freitags, 11.00 Uhr – 18.00 Uhr
Telefon 227 92 03 / 207 69 037
FAX an 229 15 01
per e-mail an:  lit@lit-hamburg.de


 

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