Unser Programm im Oktober

  

 

  © Marine Sangis    © Silke Goes

 

Christine Velan liest aus  Der blinde Fleck  (Braumüller)
Renate Langgemach liest aus Schnee hinter den Augen (Edition Contra-Bass)

Datum:  Dienstag, 24.10.2017
Zeit:      19.30 Uhr             Eintritt: € 7,-/4,-
Ort:       Literaturhaus   

Christine Velan arbeitet als Schauspielerin und Dramaturgin. In ihrem aufwühlenden Roman gelingt es ihr, gekonnt die atmosphärische Dichte ihrer Bühnenwerke umzusetzen. Beschrieben wird ein bedrückendes Abhängigkeitsverhältnis zwischen einem entwurzelten Kind und einer zunehmend hilflosen Mutter. Renate Langgemachs neuer Roman handelt von einem im Krieg erblindeten Vater, dessen zwiespältiges Leben aufgerollt wird. Seine Tochter Lilly erfährt nach und nach von seinem Doppelleben, seinen Geheimnissen, einer allen verborgen gebliebenen Liebesbeziehung. Das Verhältnis zu seiner Geliebten zwingt die Ich-Erzählerin zu einer Revision ihrer eigenen Geschichte und führt schließlich zu einem freieren Blick auf ihr Leben.

Christine Velan, 1966 geboren in Marseille, aufgewachsen in Frankreich und Deutschland, studierte Germanistik und Theaterwissenschaft in München und Schauspiel am Max-Reinhardt-Seminar in Wien. Sie arbeitet sowohl als Schauspielerin für Theater, Film und TV als auch als Journalistin (u.a. Berliner Zeitung, Der Standard, Salzburger Nachrichten). Velan lebt in Wien und Paris, wo sie an den Grandes Écoles Journalismus und Zeitgenössisches deutschsprachiges Theater lehrt. Für ihre aufgeführten Theaterstücke Glück unter Palmen, Free Speed und Taubenblau erhielt sie Stipendien vom Bundesministerium für Unterricht, Kunst und Kultur, für Erzählungen den Wimberger Literaturpreis. Der blinde Fleck ist ihr erster Roman.

Renate Langgemach, geb. 1947, Studium der Literaturwissenschaften in Hamburg, Lehrerin, Sachbuchautorin, wissenschaftliche Mitarbeiterin an den Universitäten Hamburg und Oldenburg, seit 1988 freie Autorin. Sie schreibt Lyrik, Kurzgeschichten und Romane. Ihre Texte erschienen in Anthologien (u.a. dem Hamburger Ziegel, Editon Nautilus), Contra-Bass veröffentlichte auch ihren ersten Roman Doppelter Frühling. Ihre Gedichte erschienen (u.a. im Almanach für Kunst und Literatur). Langgemach lebt in Frankreich und Hamburg.
 

 

    © Leas Grau
Neue Bücher Hamburger Autorinnen
Silke Stamm liest aus  Besser wird es nicht – Achtundneunzig Arten, eine Antwort zu erhalten 
(Punktum.Bücher)
Musikalische Begleitung: Clara Dittmer, Cellistin   

Datum:   Sonntag, 29.10.2017  
Zeit:       Teatime-Lesung 17.00 Uhr   Eintritt: € 7,-/4,-  
Ort:        Literaturhaus 

Für Auszüge aus ihrem Buch wurde Silke Stamm mit einem der begehrten Literaturförderpreise der Hamburger Kulturbehörde ausgezeichnet. Ihre Suche nach einer Antwort könne man wie eine Art Autobiografie in Prosastücken lesen, hieß es in der Begründung der Jury. In 98 Kapiteln beschreibt sie annähernd chronologisch unterschiedliche Lebensphasen: Konflikte in der Kindheit, Begegnungen, Beziehungswirren und frühe traumatische Ereignisse. Stilistisch und formal folgt Stamm einem klaren Muster, das die Gefühlsströme unter der Oberfläche des Lebens behutsam freilegt.

Silke Stamm, geb. 1968, studierte Mathematik und Physik in Freiburg und Edinburgh. Lebt seit 1995 in Hamburg. Sie unterrichtet an einem Gymnasium und schreibt Erzählungen. Veröffentlichungen in Anthologien. 2002 Teilnahme an der Werkstatt für junge Autoren des NLG in Berlin. Sie ist Mitglied im Forum Hamburger Autorinnen und Autoren.

 

Veranstaltungen im November 2017

 

    © David Maupilé

Hamburger Lesefrühstück: Renate Ahrens liest aus
Alles, was folgte  (Buch des Monats Juni/NDR, Droemer)

Datum:  Samstag, 4.11.2017   
Zeit:       12.30 Uhr   Ort: Hotel Wedina, Gurlittstraße 23 (St. Georg)  
Buffet:  ab 11.30 Uhr à € 20,-- inkl. Lesung. Anmeldung unter: T. 040.227 92 03  - wer nur zur Lesung kommt zahlt € 5,-- Eintritt.

Lebensbrüche und Familiengeheimnisse sind oft zentrale Themen der Literatur. Auch Renate Ahrens schreibt Romane, die von Familienschicksalen und Aussöhnungsversuchen handeln. Kurz nach der Wende erhält die Fotografin Katharina Briefe aus Ost-Berlin, die ihr Leben ins Wanken bringen. Sie erfährt, dass sie unehelich geboren und adoptiert wurde. Zutiefst erschüttert beginnt Katharina, die Geschichte ihrer Familie zu enthüllen. Dabei stößt sie auf eine junge Liebe, die der Krieg zerstört hat, auf zwei Schwestern, die durch die Mauer getrennt wurden, und auf die Spur ihres Vaters, der 1945 als verschollen galt. Die Lesenden erfahren von einer dunklen Familiengeschichte zwischen dem zweiten Weltkrieg und dem Fall der Mauer.

Renate Ahrens, geb. 1955, studierte Anglistik und Romanistik und war einige Jahre als Lehrerin tätig, bevor sie 1986 als freie Autorin zu arbeiten begann. Sie schreibt Romane, Kinderbücher und  Theaterstücke. Mit ihrem Mann lebt sie abwechselnd in Dublin und Hamburg. Nach ihrem Debüt Der Wintergarten veröffentlichte sie u.a. Zeit der Wahrheit, Fremde Schwestern, Ferne Töchter, Das gerettete Kind. Sie ist   Mitglied des P.E.N. – Zentrums deutschsprachige Autoren im Ausland.

 

 

    © Sigrid Estrada
Englisch-Deutsche Lesung: Barbara Gowdy liest aus Kleine Schwester (Verlag Antje Kunstmann)
Aus dem Englischen von Ulrike Becker

Datum:  Donnerstag, 9.11.2017
Zeit:      19.30 Uhr      Eintritt: € 7,- / 4,-
Ort:       Literaturhaus, Schwanenwik 38

In ihrem neusten Roman schreibt die Kanadierin Barbara Gowdy über die Tücken der Erinnerung und die Frage, wo das Eigene endet und das Fremde beginnt. Mit psychologischem Durchblick und traumwandlerischen Bildern verschiebt sie so manche Grenze.“ (Buchkultur 174). Immer, wenn ein Gewitter aufzieht, findet sich Rose im Körper einer anderen Frau wieder. Aus der anfänglichen Irritation wird mehr und mehr eine Faszination. Stück für Stück taucht sie in das Leben der Fremden ein. Dabei gewinnen die Lesenden in Rückblenden Einblicke in die Kindheit von Rose und ihrer kleinen Schwester Ava…Besteht ein Zusammenhang zwischen Roses Erlebnissen und dem Tod der  Schwester? Barbara Gowdy  „ (…) zeigt einmal wieder, dass sie die Meisterin des literarischen Körperwechsels ist. Ihr Roman (…) ist eine geheimnisvolle Auseinandersetzung mit Verlust, Sehnsucht und Liebe (…).“ (Brigitte).

Barbara Gowdy, geb . 1950, lebt in Toronto (Kanada). Ihre Romane sind mit zahlreichen Preisen ausgezeichnet und in viele Sprachen übersetzt worden. Zwei ihrer Kurzgeschichten wurden verfilmt. Vor allem mit Mister Sandman und Der weiße Knochen wurde sie hierzulande bekannt und war auf Lesereise in Deutschland.  

Georg-Felix Harsch dolmetscht
Antje Kunstmann liest den deutschen Text
Mit freundlicher Unterstützung der Botschaft von Kanada in Deutschland

 

 

        Janina Dunklau
Überfall der Wörter aus den Schreibwerkstätten

Gefördert von der BSB und  BUDNI

Datum:  Sonntag, 12.11.2017  
Zeit:       17.00 Uhr           
Eintritt:  
€ 4,-   (Kinder und Jugendliche: frei)
Ort:
        Literaturhaus   

Lesen macht schlau, heißt eine Studie aus den USA, Schreiben natürlich auch. Dass man die kreativen Fähigkeiten von Kindern und Jugendlichen gezielt fördern kann, beweist das Langzeitprojekt LIT. Junge Köpfe. Einmal im Jahr lesen Schülerinnen und Schüler ihre besten Texte, die in Schreib- und Fantasiewerkstätten unter der Leitung von Jutta Heinrich entstanden sind. Auch diesmal dabei:   Gymnasium Altona, Friedrich-Ebert-Gymnasium Harburg, Gymnasium Kaiser-Friedrich-Ufer, Gymnasium Klosterschule.
Livemusik: Janina Dunklau, Singer/Songwriterin
Moderation: Jutta Heinrich und Alexander Häusser

Projektleiterin: Jutta Heinrich, Diplom-Sozialpädagogin, Zusatzstudium der Literaturwissenschaften und  Germanistik an der Universität Hamburg. Seit 1975 freie Schriftstellerin. Sie veröffentlichte Romane, Theatertexte, Kurzprosa, Essays und schrieb viele Beiträge für den Rundfunk. Ihre Arbeiten wurden mit zahlreichen Stipendien und Preisen ausgezeichnet. 1999: Wahl in den P.E.N.  Seit 2000 vermehrt Lehrtätigkeiten, u.a. Gastprofessur für Szenisches Schreiben an der Universität der Künste Berlin und Leiterin eines interkulturellen Theaterprojekts in Augsburg. Initiatorin des Schulschreib-Projekts LIT. Junge Köpfe seit dem Jahr der Künste in Hamburg.  2015 wurden drei ihrer ersten Bücher bei den S. Fischer Verlagen als eBooks und Taschenbücher wieder aufgelegt.

Alexander Häusser, Studium der Germanistik, Philosophie und Geschichte in Tübingen. Er schreibt Romane, Erzählungen und Drehbücher und wurde mit vielen Arbeits- und Aufenthaltsstipendien ausgezeichnet. Zahlreiche Veröffentlichungen. Zuletzt erhielt er den  Literaturförderpreis der Hansestadt Hamburg.  Zeppelin, inzwischen wieder aufgelegt, wurde verfilmt und lief in den deutschen Programmkinos.
 

 

     © Oliver Staack
Lesung, Gespräch, Filmbeispiele:
Marc Böttcher über sein Buch SING! INGE, SING! (Parthas Verlag)

Datum:  Sonntag, 26.11.2017
Zeit:      Teatime 17.00 Uhr     Eintritt: € 12,--/8,-- inkl. Tee u. Gebäck
Ort:       Schloss Agathenburg, Hauptstr., Agathenburg
Kooperation mit der Kulturstiftung Schloss Agathenburg
Karten unter T. 04141.64011 oder T. 040. 227 92 03 oder Mailto: lit@lit-hamburg.de
Mailto: info@schlossagathenburg.de

Der Jazz in Deutschland hatte eine Stimme: Inge Brandenburg (1929-1999).
Marc Böttcher drehte einen Film über sie und veröffentlichte im letzten Jahr eine „überaus spannende Biografie“ (Swinging HH Journal), einen „ … wichtigen Puzzlestein deutscher Jazzgeschichte.“ (NDR).  Udo Jürgens nannte Inge Brandenburg eine kompromisslose Jazzsängerin, die in den 60ern als beste westdeutsche galt, sogar als europäische. Das Time Magazin verglich sie mit Billie Holiday. Das deutsche Publikum aber ignorierte ihr herausragendes Talent, und die Plattenindustrie versuchte, sie (erfolglos) auf Schlager zu reduzieren. In seiner bewegenden Biografie schildert Marc Böttcher ein Frauenschicksal der 50er und 60er Jahre und zeigt Filmbeispiele.

Marc Boettcher, geb. in Berlin. studierte nach seiner Schauspielausbildung Theaterwissenschaft und Germanistik. Er arbeitet seit 1988 als Dramaturg, Regisseur und Autor. Neben zahlreichen Essays veröffentlichte er Biographien über die Sängerin Alexandra und den Komponisten Bert Kaempfert. Seine Fernsehporträts über Alexandra, Bert Kaempfert, Gitte Haenning und Rosenstolz machten Furore und wurden von einem Millionenpublikum gesehen. Mit der Wiederentdeckung von Inge Brandenburg gelang ihm ein weiterer Coup. Film und CD erhielten u. a. den „Preis der deutschen Schallplattenkritik“.